Quartier mit Zukunft – Projekt „Fredenberg going electric“ startet jetzt

E-Mobilität befindet sich auf dem Vormarsch.

Allein im Jahr 2019 wurden in Deutschland wesentlich mehr Elektroautos zugelassen als im Jahr 2018. Der Anstieg betrug 75,5 Prozent. Nach Aussagen von Sven Strube, Honorarprofessor an der Ostfalia Hochschule, wird das in den nächsten 5-10 Jahren deutlich so weiter gehen. „Die Anzahl der E-Fahrzeuge in unseren Wohnquartieren steigt erheblich an. Die Automobilindustrie wird bis 2025 ca. 20 % ihrer Produktion in E-Fahrzeuge herstellen. Bis zum Jahr 2030 werden 50% unserer Autos elektrisch betankt werden. Zudem werden die Reichweiten, die man mit einem Elektroauto zurücklegen kann, weiter steigen.“ Da ist es nur folgerichtig, wenn auch die Anzahl der E-Säulen wächst - gerade im ländlichen Bereich und dort möglichst Mitten in den Wohnquartieren. In Salzgitter hat sich seit Mitte letzten Jahres in dieser Richtung schon viel bewegt. „Die WEVG als örtliches Versorgungsunternehmen betreibt inzwischen 21 Säulen im Stadtgebiet“, so Matthias Giffhorn, Prokurist der WEVG.

Gemeinsam mit dem Wohnungsunternehmen TAG Wohnen als größter Vermieter in Salzgitter wurde in der Siedlung Fredenberg jetzt eine weitere E-Säule gemeinschaftlich mit TAG Wohnen und der WEVG errichtet. Dem Wohnungsunternehmen gehören dort mehr als 2.300 Wohnungen. Mitten im Wohnquartier der Siedlung, an der Julius-Leber-Str./Ecke Kurt-Schumacher-Ring wird ab dem 23. Juni 2020 elektrisch getankt. Claudius Oleszak, TAG-Chef in Salzgitter dazu: „Die Mieterinnen und Mieter der TAG Wohnen sollen über diese neue E-Säule mit auf den Weg in die Zukunft genommen werden.“ Das Quartier mit über 7.000 Mieterinnen und Mietern könnte so auch aktiv Einfluss auf unsere Umwelt nehmen. „Die Elektrofahrzeuge sind in den letzten Jahren erheblich preiswerter geworden. Mit der jetzt vom Bundeskabinett beschlossenen weiteren Förderung wird es nochmals zu einer Preissenkung kommen. Zudem ist die Senkung der Mehrwertsteuer ab dem 01. Juli 2020 ein zusätzlicher Grund, sich Gedanken über die Anschaffung eines E-Fahrzeuges zu machen. Sven Strube verweist darauf, dass z.B. ein VW E-up – ein Elektrofahrzeug - mittlerweile zum gleichen Preis zu haben ist wie ein vergleichbarer PKW mit Verbrennungsmotor. Prof. Thomas Cerbe vom Institut für Verkehrsmanagement an der Ostfalia-Hochschule: „Wir haben unsere ersten Erfahrungen mit Nutzern von Elektroautos schon sehr früh im Jahre 2010 gemacht. Damals waren die PKW noch sehr einfach gehalten und verhältnismäßig teuer. Vor zwei Jahren haben wir eine Studie in Wolfsburg gemacht und dabei festgestellt, dass die Elektromobilität weiblich ist. Viel mehr Frauen als Männer haben sich dort für E-Autos interessiert.“

Jetzt sollen im Rahmen des gemeinsamen Projektes in Fredenberg weitere Erfahrungen gesammelt werden. „Wir haben Salzgitteraner und Salzgitteranerinnen dazu aufgefordert, sich bei uns zu bewerben, wenn man ein E-Auto einfach mal an einem Wochenende oder ein paar Tage ausprobieren möchte“, so Oleszak. Rainer Krause, Geschäftsführer der WEVG, kann sich gut vorstellen, dass ein unternehmenseigene Elektro-PKW für diese Probefahrten zur Verfügung gestellt wird. „Unsere beiden WEVG-Fahrzeuge sind startklar. Wir würden uns freuen, wenn uns interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Erwartungen vor dem Ausleihen des PKW mitteilen und dann nach dem Ausleihen über ihre Erfahrungen berichten könnten“, so Krause. Behilflich ist ihm dabei Prof. Thomas Cerbe, der bereits Fragebogen in diese Richtung entwickelt und angewendet hat.

Alle Partner im Projekt „Fredenberg going electric“ haben sich anlässlich der jetzt erfolgten Einweihung der Fredenberg-Säule dort zusammengefunden und sich einiges für die nächsten Monate vorgenommen. Eine Ausschreibung zur Ermittlung von Interessenten ist bereits erfolgt. 127 Bewerberinnen und Bewerber haben sich bei der TAG Wohnen schriftlich am letzten Wochenende per E-Mail gemeldet. „Vier oder fünf werden wir auslosen. Dann kann das Projekt gestartet werden“, so Oleszak optimistisch.