E-Mobilität – aber wie funktioniert das mit dem Umweltbonus?

Bundesregierung und Industrie haben eine Kaufprämie für Elektroautos vereinbart. Erfahren sie hier mehr!

Ladesäule ist startklar – Parkplatz wird hergerichtet – Rainer Krause (WEVG), Sven Strube (Autohaus Strube), Claudius Oleszak (TAG Wohnen) und Prof. Thomas Cerbe (Ostfalia Hochschule) legen letzte Hand an.

Umweltbonus

Bundesregierung und Industrie haben eine Kaufprämie für Elektroautos vereinbart. Das soll sicherstellen, dass der Elektromobilität zum Durchbruch verholfen wird. Der Umweltbonus gilt rückwirkend für alle Fahrzeuge, die ab dem 05.12.2019 zugelassen wurden und bis zum 31.12.2025.

Was genau ist ein Umweltbonus?

Der Umweltbonus ist ein gemeinsamer Beitrag von Bundesregierung und Industrie mit dem der Absatz von – sowohl neuen als auch jungen gebrauchten – elektrisch betriebenen Fahrzeugen gestärkt werden soll. Die Maßnahme ist zudem eine Antwort auf die steigenden Anforderungen an Klimaschutz und Luftreinhaltung. Erste Ergebnisse seit der Einführung sind bereits sichtbar: Die Zulassungszahlen für E-Autos steigen zunehmend. Im September 2020 wurden 260% mehr E-Autos zugelassen als im September 2019.

Was wird genau gefördert?

Förderfähig sind reine Batterieelektrofahrzeuge, von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge (Plug-In-Hybride) und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie Fahrzeuge, die keine lokalen CO2-Emmisionen verursachen und höchstens 50g CO2-Emmisionen verursachen. Das Fahrzeug, was gefördert werden soll, muss auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA-Liste) stehen.

Hinweis: www.bafa.de und/oder www.adac.de

Wie hoch ist die Förderung?

Bei einem maximalen Nettolistenpreis von 40.000 Euro wird der Umweltbonus für rein elektrische Fahrzeuge um 50% auf 6.000 Euro plus einem Herstelleranteil von 3.000 Euro (somit 9.000 Euro Förderung) und für Plug-In-Hybride auf 4.500 Euro angehoben.Auch hier: Plus einem Herstelleranteil von 2.250 Euro (somit 6.750 Euro Förderung).

Über einem Listenpreis von 40.000 Euro beträgt der Umweltbonus für rein elektrische Fahrzeuge 5.000 Euro plus einen Herstelleranteil von 2.500 Euro (somit 7.500 Euro Förderung) und für Plug-In-Hybride 3.750 Euro plus 1.875 Euro Herstelleranteil (somit 5.625 Euro Förderung).

Alle Förderangaben beziehen sich auf den Nettopreis. Zusätzlich wirkt sich auch noch die befristete Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 16% kostensenkend auf den Kaufpreis aus. Eine KFZ-Steuerbefreiung auf 10 Jahre wirkt sich zudem kostensenkend aus.

Wie lange soll die Förderung gelten?

Für die Förderung sind ab dem Jahr 2020 Bundesmittel in Höhe von 2,09 Milliarden Euro vorgesehen. Die Förderung erfolgt bis zur vollständigen Auszahlung dieser Mittel,längstens bis zum Jahre 2025.

Wo finde ich die am Markt vorhandenen E-Autos und wie lang sind die Lieferzeiten?

Einige Modelle sind am Markt derzeit schon nicht mehr bestellbar, weil die Lieferzeiten mehr als 15 Monate betragen. Genaue Angaben zu Modellen und Lieferzeiten findet man im Internet unter anderem unter https://bit.ly/carwowrtvzeiten. Ebenso findet man bei carwow einen Elektroauto-Vergleich unter https://bit.ly/carwowrtv2.

Wo stelle ich den Antrag?

Der Antrag ist ausschließlich online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen unter www.bafa.de.

Welche Unterlagen werden für den Antrag benötigt?

Der Antragsberechtigte muss eine Kopie der Rechnung über den angeschafften PKW sowie den Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorlegen bzw.im Internet mit dem Antragsformular hochladen.

Wie geht es nach der Antragstellung weiter?

Die Auszahlung des Bundesanteils am Umweltbonus auf das Konto des Antragstellers erfolgt nach Vorlage aller notwendigen Unterlagen und deren Prüfung durch die BAFA. Der Anteil des Herstellers wird beim Kauf des PKW ausgezahlt bzw.beim Anschaffungspreis berücksichtigt.

Bekomme ich eine Ladestation beim mir zu Hause (Wallbox) gefördert?

Die Erhöhung der Kaufprämie bis zu 9.000 Euro hat die Zulassungszahlen für E-Autos im September 2020 kräftig steigen lassen. Mit 21.000 Elektro-Fahrzeugen wurden 260 Prozent mehr reine E-Fahrzeuge zugelassen als im Vorjahresmonat. Die Zulassung von Hybrid-Fahrzeugen (Mischung aus Elektro- und Verbrennungsmotor) verdreifachten sich. Insgesamt stiegen die Zulassungen von E-Autos im September 2020 auf über 40.000 PKW.

Diese Entwicklung führt zu einer größeren Nachfrage nach Lademöglichkeiten zu Hause (Garage, Carport, Tiefgaragenplatz etc.). Deshalb hat der Bund beschlossen,zum Ausbau solcher Ladestationen zu Hause (Wallboxen) für Kauf und Einbau jeweils bis zu 900 Euro Zuschuss zu geben. Manche Bundesländer haben schon seit einigen Monaten solche Fördermöglichkeiten. Jetzt regelt der Bund diese Förderung einheitlich.Der Bund geht davon aus, dass ca. 80 Prozent der Ladevorgänge für E-Autos künftig zu Hause getätigt werden. Beantragen können die Zuschüsse Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Wohnungsunternehmen und Genossenschaften. Der Strom für diese Ladestellen muss allerdings aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stammen und die Ladestation mit Blick auf die Netzbelastung steuerbar sein –heißt:Man muss die Wallbox hinsichtlich des Stromdurchlasses (Ladeleistung) einstellen können zwischen 3,8 Kilowatt und 22 Kilowatt bzw. bis 11 Kilowatt – je nach Wallboxmodell. Die WEVG in Salzgitter hat ein eigenes Wallboxmodell und hilft gerne bei der Anschaffungs- und Montageentscheidung beratend weiter.

Anträge auf Bezuschussung der Anschaffung und Montage der Wallboxen können ab dem 24. November 2020 bei der staatlichen KfW-Bank gestellt werden.

Sehenswertes zum Gesamtthema: Der youtube-Kanal 163° von Oliver Krüger.

Weitere Infos zu Wallboxen und Tests z.B.unter: https://www.autobild.de/bilder/adac-test-wallboxen-14357545.html