meineSZitty-club e.V. und Hauptschule Am Fredenberg: Erfolgs-Projekt „Gewaltfrei lernen“

Das Jahr 2014 stellte der Präventionsrat der Stadt Salzgitter unter das Motto „Zivilcourage“. Das Wohnungsunternehmen TAG beteiligt sich an der gesellschaftlich wichtigen Aktion. Zivilcourage kann nicht früh genug gefördert werden. Es fängt damit an, wie Kinder miteinander umgehen – z.B. im Kindergarten oder in der Schule. Oft erleben Eltern und Erzieher, dass Mobbing und Konfliktlösung schon bei den Kleinen mit Gewaltanwendung an der Tagesordnung ist. Hier rechtzeitig vorzubeugen ist Aufgabe des Vereins „Gewaltfrei Lernen“ aus der nordrheinwestfälischen Stadt Pulheim bei Köln. Sybille Wanders ist die Leiterin des Vereins. Ihr Projekt „Gewaltfrei lernen“ ist ein großer Erfolg. Jahr für Jahr nehmen Schulen in ganz Deutschland daran teil. „Das Projekt verfolgt das Ziel, Gewalt und Mobbing aus Schulen und Kitas zu verbannen. Zivilcourage und Klassengemeinschaft werden gestärkt – jeder Einzelne lernt Konfliktstrategien, die nachhaltig für ein besseres Klima an der Schule, im Klassenraum und auf dem Schulhof, sorgen“, sagt die Diplomsportlehrerin. Im Rahmen der diesjährigen Aktion des Präventionsrates Salzgitter, die Zivilcourage in unserer Gesellschaft zu stärken, profitiert erstmals eine Schule in Salzgitter von dem Programm des Vereins.

Vom 15. bis zum 18. September nehmen vier siebte Klassen der Hauptschule Fredenberg an dem Projekt teil. Möglich macht das die TAG in Zusammenarbeit mit der Schulleitung unter Sieglinde Kästner . Der meineSZitty-club e.V. des Wohnungsunternehmens übernimmt die Kosten für das bewegungsreiche Trainingskonzept zur Förderung des Sozialen Lernens. Ein kleiner Vorgeschmack, worauf sich die Schüler, Lehrkräfte und Eltern freuen können.

Welche Ziele verfolgt „Gewaltfrei lernen“?

Gewaltfrei lernen vereint Strategien gegen Ausgrenzung, Mobbing und körperliche Schikanen. Das soziale Klima an der Schule wird nachhaltig verbessert und damit die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Bildung geschaffen! Die Schüler lernen verbale oder körperliche Attacken abzuwehren, ohne dass es zu Gewalt kommt.

Wo finden die Übungen statt?

Im großen Kunstraum der Schule. Dort können Schüler ihre Kräfte in altersgerechten Bewegungsspielen messen, erlernen Fairness-Regeln und Methoden, wie sie in Konfliktsituationen reagieren sollten. Trainerin Heike Stähler vermittelt Werte und Regeln, schult eine selbstsichere Körperhaltung sowie fördert Teamfähigkeit und Empathie.

Sind Mobbing und Gewalt ein typisches Problem an Hauptschulen?

Probleme gibt es heute in allen Schulformen. Der Ursprung liegt oft bereits in der Kindertagesstätte – Der Verein „Gewaltfrei Lernen e.V.“ hat ein altersgerechtes Trainingskonzept ausgearbeitet, dass individuell auf die Bedürfnisse von Kindern im Alter von drei Jahren bis hin zu Berufsschülern angepasst werden kann.

Welche Übungen setzen Sie ein, um Gemeinschaft und Teamwork innerhalb der Klasse zu stärken?

Die Ausbildung erfolgt beispielsweise Teams, die in Spielen gegeneinander antreten. Jeder Schüler möchte dabei natürlich gewinnen und merkt, dass das nur funktioniert, wenn alle zusammenarbeiten. Kommt es dabei zu Konfliktsituationen, können wir direkt eingreifen und den Schülern Methoden an die Hand geben, um diese alleine und gewaltfrei zu lösen.

Ein wichtiges Ziel ist es oft, das Selbstbewusstsein einzelner Schüler aufzubauen, um den Cliquen- Zwang zu mindern. Denn oft sind es nur ein bis zwei Schüler, die Wortführer bei Mobbing-Attacken sind. Andere beteiligen sich nur – oft sogar aus Angst davor, selbst zum Opfer zu werden, wenn sie es nicht tun.

Ist die Arbeit an der Schule nach vier Tagen abgeschlossen?

Probleme wie Mobbing und Gewalt an der Schule lassen sich nicht in so kurzer Zeit auflösen. Es bleibt ein Prozess, der angestoßen wir - und der von den Schülern und Lehrern fortgeführt wird. Viele Schulen beschäftigen heute Sozialarbeiter, die eingebunden werden. Und natürlich geht es nicht

ohne die Eltern, die im Rahmen eines Elternabends informiert werden. Einige Zeit nach dem Training verschicken wir Erinnerungsbriefe an die Schüler, in denen die Werte und Strategien aufgefrischt werden.

Welche verschiedenen Ansätze werden bei „Gewaltfrei lernen“ kombiniert?

Es werden Schulungsinhalte aus der Sport- und Sonderpädagogik, der Gewaltprävention und Mediation, dem Bewegungstheater, der ganzheitlichen Entwicklungsförderung und der Selbstverteidigung verbunden. Trainerin Heike Stähler vermittelt wortstarke Selbstbehauptung und körperlich geschickte Reaktionen für die häufigsten Konflikte mit Gleichaltrigen als sinnvolle Verhaltensalternativen zum Schlagen und Beleidigen!

Wie werden diese Strategien umgesetzt?

Zwischen den einzelnen Phasen spielerischer Bewegung erarbeiten die Schüler mit uns in Rollenspielen und Gesprächskreisen ein Handlungsrepertoire, mit dem es ihnen gelingt, ihre typischen Konflikte des Schulalltags zu lösen. Die Klassenlehrer begleiten sie dabei.

Weitere Information gibt es unter:

www.gewaltfrei-lernen.de

Telefonisch beim 1. Vorsitzenden meineSZitty-club Salzgitter e.V. - Günter Ott, Tel 01577 9733269

Schulleiterin HS-Fredenberg - Sieglinde Kästner, Tel. 05341- 403-288

Präventionsrat der Stadt Salzgitter - Frau Petra Siems , Tel. 05341 / 9415220

E-Mail PraeventionsratSZ@t-online.de